Publikation

Totholz bringt Leben in Flüsse und Bäche

AutorIn

von Siemens M. et al.

Veröffentlichung
2009
Institut
Bayerisches Landesamt für Umwelt
Quelle
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Beschreibung

In vielen Fließgewässern kann der strukturellen Verarmung z.B. durch Belassen und Einbringen von Totholz entgegengewirkt werden. Jüngste Erfahrungen zeigen nämlich: Totholz stellt einen wesentlichen Faktor bei der hydromorphologischen Aufwertung unserer Flüsse, Bäche und Seen dar.

Derzeit, d.h. 2009, werden im Zuge der Umsetzung EG-WRRL entsprechende Maßnahmenprogramme erstellt; diese müssen bis Ende 2009 in so genannte Bewirtschaftungspläne aufgenommen und nach Anhörung der Öffentlichkeit letztlich bis 2015 umgesetzt werden. Dabei erwähnenswert ist, dass die Maßnahmenprogramme konkrete Vorschläge zur strukturellen Aufwertung der Fließgewässer enthalten, u.a. auch das Belassen oder Einbringen von Totholz.

Totholz, das ökologisch besonders wirksam und zudem relativ kostengünstig ist, erhöht das Angebot an Lebensnischen für Tiere (vor allem Fische) und Pflanzen, insbesondere an den Fließgewässern, an denen ein natürlicher Totholzeintrag aufgrund fehlender Ufergehölzsäume nicht zu erwarten ist. Allerdings ist das ins Fließgewässer eingebrachte Totholz zeitlich nur begrenzt wirksam; es kann bei Hochwasser abgetragen oder mit Sedimenten verfüllt werden, so dass es immer wieder ersetzt werden muss.

Die in dieser Broschüre aufgeführten Beispiele zeigen, dass Totholz an Fließgewässern aller Größenordnungen eingebaut werden kann und – vorausgesetzt bestimmte Grundregeln werden dabei beachtet – dies ohne Gefährdung der Anlieger oder Nutzer (z.B. Wassersportler). Zur Erzielung einer optimalen ökologischen Wirkung ist es sinnvoll, bei einem Fließgewässer abschnittsweise vorzugehen und gegebenenfalls auch punktuelle Nachbesserungen durchzuführen. Grundsätzlich gilt: je natürlicher ein Gewässerabschnitt verblieben ist, desto größer ist der Spielraum für das Einbringen von Totholz.

Alle, die für Fließgewässer verantwortlich sind (Unterhaltungspflichtige, Planer, Ausführende), die Fließgewässer nutzen oder bewirtschaften (Fischer, Erholungssuchende, Wassersportler, Kraftwerksbetreiber) oder sich für ökologische Verbesserungen einsetzen (Verbände, Initiatoren), erhalten mit vorliegender Broschüre praktische Beispiele für den richtigen Umgang mit Totholz, damit Totholz wieder Leben in Flüsse und Bäche bringen kann.